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Vorder Zinnwald

 

  • das werschwundene Dorf an der Grenze

Von Walter Kühnel, gekürztdurch Paul Roth

Der Sage nach wurde um das Jahr 1000 der Markgraf Heinrich von Meiβen , als er sich auf der Jagd verirrte und von seinen gefolge abkam, von Wölfen angefallen. Drei Köhler, die im Wald ihrem  Gewerbe nachgingen, haben ihn gerretet. Zum Dank machte sie der Fürst frei und schenkte ihnen eine groβe Waldfläche, die das ehemalige Vorderzinnwald und die Hälfte des dorfes Fürstenau in Sachsen umfaβte. Der Flurname Wolfsgrund deutet darauf hin.
Als 1378 Zinn gefunden und abgebaut wurde, mussten die niederen Fürstenauer und Löwenhainer dieses vom Kahler Berg in die Wäschen nach Lauenstein als Fronarbeit faren, nicht so die „oberen Fürstenauer“ und die Vorderzinnwalder.

Die gesicherte Gründung und Namensgebung erfolgte von der Bergstadt Graupen aus. 1537 wurde die Grenze zwischen Sachsen bzw. Der Markgrafschaft Meiβen und Böhmen neu festgelegt. Vermutlich wurde ein Teil von Vorder-Zinnwald gegen Bad Elster/Vogtland eingetauscht. Damit verloren die Vorderzinnwalder auch die gemeinsame Kirche in Fürstenau, die bei der Kirchentrennung evangelisch wurde.

Der Gnadenaltar „Maria Heimsuchung“ wurde auf einem Dachboden abgelegt. Danach soll Obrazekdie Kirche um drei Stufen eingesunken sein. Um in Kirchenraum zu gelangen, Musste man tatsächlich von ebener Erde drei Stufen hinuntersteigen. Der Altar wurde am 1. November 1887 in einem feierlichen Geleit in die neu errichtete Kapelle nach Vorderzinnwald überführt, nachdem sich zuvor die damalige sächsische Köninigen Carola vermittelnd eingeschaltet hatte.

Lange blieb Zinnwald von der Gegenreformation verschont, obwohl bereits in den Jahren 1652, a 1694 an die 1700 Bewohner das Land verlassen hatten. Wegen ihres Glaubens mussten dann im Jahre 1728 alle Evangelischen ihre Heimat verlassen.

Vom Jahre 1729 lag ein Tauschwertrag zwischen einem gewissen Ehrlich und meinen Vorfaren vor, der Besitzungen in Löwenhain und Vorderzinnwald beinhaltete. Die Priester legten neue Matrikeln an, da die alten urkunden von den evangelischen Pfarren mitgenommen worden waren und angeblich in 1. Weltkrieg in der Nähe von Meißen, wo diese gelagert waren, einem Brand zum Opfer gefallen sind.

 

Das soziale Umfeld von Voderzinnwald

Fast jede Familie besaß ein Haus, etwas Feld sowie Klein und Großvieh. Einige lebten von de landwirtshaft, andere betrieben beschäftig. Die besten Saatfelder legen auf Geisinger Flur in Sachsen, waren jedoch im Besitz von Bewohnern aus Voderzinnwald.

Sommerflischler und Wintersport waren Lebensgrundlage für drei Gastwirtschaften. Die "Griene Wiese" mit dem einzigen Lebensmittelladen, die "Sächsische Schweiz", später in "Sportheim" umbenannt, und das "Gebirgsvereinsheim", alle versehen mit Fremdenzimmern.

Das ehemalige Hegerhaus wurde 1920 von Fürst Clary an die Naturfreunde verkauft, von diesen als Herberge mit ca. 60 Schlafplätzen ausgebaut. In Dritten Reich kan noch ein Heim der NSV hinzu. Außederm gab es im Ortsgebiet noch vier Wochenendhäuser.

Das Vereinsleben war in Voderzinnwald sehr ausgeprägt. Der Landwirtschaftliche Verein VZ, auf Gegenseitigkeit bei Notschlatungen und dergleichen, war so erfolgreich, daß selbst Landwirte aus Hinterzinnwald Mitglieder waren. Die Freiwilige Feuerwehr war bei Bränden in Nachbarorten oft schneller beim Brandherd als deren eigene. Eine Damenfeuerwehr hat es schon 1909 gegeben.

Der Männergesangverein vereinte sangesfreudige Vorderzinnwalder . Die "Deutsche Skigilde" hat viele Langläufe für sich entsheiden können. Abfahrtsläufe fanden kaum statt, stiele Strecken gab es nur im Walde. Die Teplitz-Schönauer Skifahrer hatten nur im Winter ihr Vereinsheim im Forsthaus " Siebengiebel", in den Sommerferien erholten sich dort Knaben und Mädchen aus Schulen aus Thurn bei Teplitz.

Der Winter in Vorderzinnwald war oft hart und schwer, so daß die Bewohner nicht zu Arbeit gehen konnten. Dann war Heimarbeit gefragt. Durch Bastflechtereien, Strohhüte nähen, Papierblumen anfertigen und Damenstrümpfe besticken gab esein kleines Zubrot.

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Worderzinnwald, an der sächsisch - böhmischen Grenze gelegen, wurde nach dem 2.Weltkrieg, und nach Vertreibung seiner etwa 250 Bewohner, dem Erdboden gleichgemacht. Dabei sind rund 54 Häuser abgerissen und die Wallfahrtskirche gesprengt worden....

              

 

Hier beendet sich die Geschichte vom Vorderzinnwald.

 

 

 

 

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